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Begrünungsversuch 2017 & Auswirkung auf die Folgekultur

Unser Begrünungsversuch 2017 ist aufgrund einiger Fehlerquellen ein hervorragendes Beispiel für die unterschiedliche Unterdrückung von unerwünschten Begleitpflanzen.
Das Samenpotential von Raps ist auf diesem Feld enorm, hier hatten wir vor ein paar Jahren ein Hagelschadenereignis, das die gesamte Ernte dem Boden gleich gemacht hat. Säen wir normalerweise ca 3-4 kg beim Raps, sind hier Samen in 1000facher Menge auf und in den Boden gelangt. Rapssamen sind dormant, das heißt, sie können jahrzehntelang in Keimruhe gehen und keimen, wenn die Bedingungen für die Samen passen. Die Bestellung einer Zwischenfrucht bringt diese Bedingungen mit sich, ein Teil des Ausfallrapses keimt also mit den Begrünungspflanzen. Hier ist es wichtig, dass der Boden schnell beschattet wird und die unterschiedlichen Begrünungspflanzen schnell Konkurrenz zu den Begleitpflanzen aufbaut und diese unterdrückt.
Wie die einzelnen Varianten das geschafft haben, zeigen die nächsten Bilder:
Variante 1: Die an sich günstige Wassergüte Früh hat den Ausfallraps gut unterdrückt und ein sehr sauberes Saatbett hinterlassen.
Variante 2: Die Fruchtfolge Pluss war eine sehr schöne Zwischenfrucht, hier haben sich aber doch einige Ausfallrapspflanzen in den Bestand verirrt.
Variante 3: auch die Öpul Gold war an sich schön ausgebildet, man hat aber bereits im Herbst zahlreiche Rapspflanzen gesehen, die im Frühjahr große Probleme bereiteten.
Variante 4: im Herbst gut entwickelt, im Frühjahr sauber - die BodenlockerungsPluss ist sowas wie der Gewinner des Versuchs. Neben einem sauberen Boden muss man hier vor allem die hervorragende Krümelung nennen.
Variante 5: die Mischung Powermix hat von der Aussaat weg gelitten. Die zu seichte Saatgutablage konnte der Ausfallraps voll nutzen und wurde zur dominanten Pflanze in dieser Mischung. Der Mais hat hier große Probleme, die Frühentwicklung ist deutlich verzögert.
Variante 6: die Variante N-Pluss ist an sich eine homogene Begrünungsmischung, die Unterdrückung des Ausfallrapses ist trotzdem nicht ganz gelungen.
Variante 7: unsere Standardmischung ist eine der problemlosesten Varianten im Frühjahr gewesen, die teilweise schlecht entwickelten Maisreihen stammen von einer Bodenverdichtung, nachdem wir Holz über den Acker abgeführt haben. 
Die einzelnen Begrünungsvarianten wurden nicht gemulcht oder in den Boden eingearbeitet, daher zeigte sich im Frühjahr nach dem Abfrosten der Begrünungspflanzen bereits vor der ersten Bodenbearbeitung ein deutlicher Unterschied bei den einzelnen Varianten:
Das meiste, was auf den beiden Bildern grün ist, ist der winterharte Raps, wenige Unkrautpflanzen bzw. Ausfallgetreide sind deutlich untergeordnet.
Zum Einarbeiten des Mulchmaterials und bekämpfen der unerwünschten Pflanzen haben wir heuer erstmals die Väderstad Cross Cutter Disc eingesetzt. Dieses Gerät soll auch auf geringer Bearbeitungstiefe (in unserem Fall 5cm) ganzflächig arbeiten. 
Die Rapspflanzen waren für die Maschine aber schon zu stark, alle anderen Pflanzen wurden entwurzelt und die Maschine hat ein schönes Saatbeet hinterlassen.

Aufgrund der extrem trockenen Bedingungen im April haben wir uns gegen eine weitere Bodenbearbeitung entschieden. Eine Maßnahme, die den Raps verlässlich eliminiert, hätte deutlich tiefer in den Boden eingegriffen und das Feld weiter ausgetrocknet. 
Daher haben wir uns für die Anwendung eines Totalherbizids direkt vor der Aussaat entschieden. 
Auch diese Maßnahme hat den Raps in seinem Wachstum nur gebremst, offenbar hat das Herbizid die lange Lagerung nicht ohne Wirkungsverlust überstanden.
Dadurch zeigt sich das Feld heute so, wie auf den oberen Bildern im rechten Dreieck zu sehen.
Auch aufgrund der nicht optimalen Vorbereitung vor der Saat zeigt der Versuch eines sehr deutlich:
Nur eine starke, schnell etablierte Begrünung schafft ideale Bedingungen für die Folgekultur. Günstige oder schlampig gesäte Begrünungen bringen mehr Probleme als Nutzen mit sich und sind daher in der Kulturführung deutlich teurer, als vermeintlich höherpreisige Mischungen, die alle Aufgaben einer Zwischenfrucht erfüllen.

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